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Bild: Flügelwesen / photocase.de

Berufsanfänger: Im ersten Job ist meist deutlich Luft nach oben

Olaf Kempin

Viele Berufsanfänger sehen bei ihrer ersten Stelle deutliches Verbesserungspotenzial. Nicht nur ein zu niedriges Gehalt sorgt für Unmut, sondern auch Unterforderung und mangelnde Aufstiegschancen. Die Folge: Junge Akademiker sind sehr wechselwillig.

Im September 2017 haben wir deutschlandweit 500 Berufsanfänger und junge Berufstätige von einem Marktforschungsunternehmen befragen lassen. Wir wollten wissen, wie zufrieden die jungen Akademiker mit ihrem ersten Job sind und wo sie Verbesserungsmöglichkeiten sehen. Die Meinungen gehen hier stark auseinander: knapp die Hälfte der Befragten sehen deutlich Luft nach oben oder sind sogar unzufrieden. In der Konsequenz sind gut zwei Drittel einem Jobwechsel gegenüber nicht abgeneigt. Mit einem höheren Gehalt, besseren Aufstiegschancen und spannenderen Aufgaben lassen sich die Befragten von einem Wechsel überzeugen.

Interessante Aufgaben und nette Kollegen sorgen für Zufriedenheit

Grundsätzlich berichtet die Mehrheit der Befragten positiv von ihrem Start in den Beruf: Immerhin gaben 58 Prozent der Befragten in unserer Umfrage an, mit ihrem ersten Job zufrieden zu sein. Diese Zufriedenheit kommt allerdings nicht von ungefähr und lässt sich klar an bestimmten fachlichen, aber auch emotionalen Faktoren festmachen. Einen großen Beitrag zur Zufriedenheit leisten etwa spannende Aufgaben, eine hohe Kompatibilität von Ausbildung und Jobprofil und gute Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen. Emotionale Faktoren, wie sympathische Kollegen, ein gutes Betriebsklima und Anerkennung für erbrachte Leistungen, tragen mindestens einen genau so großen Anteil dazu bei, dass die Berufsanfänger zufrieden mit ihrem Job sind. Selbstverständlich spielt in diesem Mix auch das Gehalt eine wichtige Rolle.

Spannend ist, dass sich die Faktoren, die über Zufriedenheit oder Unzufriedenheit im Job und die entsprechende Wechselwilligkeit entscheiden, nur unwesentlich von dem unterscheiden, was Arbeitnehmer zu einem späteren Zeitpunkt im Berufsleben äußern. Wertschätzung, Gehalt und ein angenehmes Arbeitsklima bleiben dauerhaft zentrale Punkte.

 

Zu wenig Gehalt und Unterforderung? Und tschüss!

Stimmen einer oder mehrere dieser Faktoren nicht, sind Berufseinsteiger und junge Berufstätige unzufrieden – verständlicherweise. Mehr als jeder Dritte sieht in seinem Einstiegsjob Verbesserungspotenzial. Dabei steht an erster Stelle ein ausbaufähiges Einstiegsgehalt. Die Zahl auf dem Lohnzettel hat direkten Einfluss auf die Zufriedenheit und damit auch darauf, wie wechselwillig ein Arbeitnehmer ist. Unterforderung und miese Stimmung tun ihr Übriges.

Allerdings sollten Arbeitgeber aus diesen Ergebnissen keine voreiligen Schlüsse ziehen. Unsere Umfrage ergab auch, dass Zufriedenheit nicht zwingend Loyalität nach sich zieht. Ganz im Gegenteil: Nur die wenigsten Berufseinsteiger hält es lange im ersten Job. Während die Mehrheit (56 Prozent) ein bis drei Jahre im ersten Job bleiben, hält es jeden vierten Befragten keine zwölf Monate beim ersten Arbeitgeber.

Diese Ergebnisse spiegeln sehr genau die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt wider. Die Nachfrage nach gut ausgebildetem und motiviertem Nachwuchs ist in vielen Branchen sehr hoch. Dementsprechend können es sich qualifizierte Berufseinsteiger durchaus leisten, sich nicht mit dem erstbesten Jobangebot zufrieden zu geben. Junge Akademiker mit anspruchslosen Aufgaben, ohne Förderung und einem unangemessenen Gehalt abspeisen zu können, ist eine naive Einstellung auf Seiten der Arbeitgeber. Ganz im Gegenteil: So wie es in Ausbildungsberufen oft schon üblich ist, müssen Arbeitgeber in den Nachwuchs investieren. Eine gute Möglichkeit sind hier etwa interne Weiterbildungsprogramme. Wenn Berufseinsteiger gleich zu Anfang das Gefühl bekommen, im Unternehmen nicht vorankommen und sich weiterentwickeln zu können, ist es mit der Loyalität schnell vorbei.

 

Der Traumjob für Berufsanfänger: ein gutes Gehalt und ein unbefristeter Vertrag

Wenn es nach den Wünschen der Befragten geht, gibt es klare Vorstellungen davon, was den Traumjob ausmacht. Der Wunsch nach einem hohen Einstiegsgehalt steht hierbei auf der Hitliste an der Spitze. Auf den Plätzen zwei und drei folgen flexible Arbeitszeiten und ein unbefristeter Arbeitsvertrag. Diese Top drei ist sicher ein Ausdruck davon, welche zentrale Bedeutung das Bedürfnis nach (Planungs-)Sicherheit für Berufseinsteiger und junge Berufstätige hat. Weiterhin stehen der Wunsch nach individueller Förderung durch Weiterbildungen und ein sozial engagierter Arbeitgeber hoch im Kurs. Wenig ausschlaggebend für den Traumjob sind eher klassische Faktoren, wie möglichst viel Verantwortung, ein namhafter Arbeitgeber oder internationales Arbeiten.

Für Arbeitgeber sind solche Aussagen wertvoll, wenn es um die Rekrutierung des Nachwuchses geht. Zwar ist den Junioren das Gehalt wichtig, allerdings gibt es andere Ansatzpunkte, die beim Unternehmen nicht so stark zu Buche schlagen. Ein gutes Arbeitsklima zum Beispiel verursacht im Unternehmen vergleichsweise geringe Kosten, ist aber unbezahlbar für die Motivation im Team – und sorgt gleichzeitig für mehr Loyalität bei den Arbeitnehmern.

Olaf Kempin

Olaf Kempin ist Gründer und einer von drei Geschäftsführern von univativ. Im univativ Journal schreibt er in eigener Sache und kommentiert Geschehnisse im Bereich Personalvermittlung, Recruiting, Lehre und Praxis.

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