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Bild: BreakingTheWalls / photocase.de

Zeitmanagement im Studium: Jeder Fünfte klagt über Stress

Olaf Kempin

Der aktuelle unicensus kompakt zeigt: Deutsche Studenten sind mit Uni, Job und anderen Verpflichtungen stark ausgelastet. Für ein Fünftel ist das Zeitmanagement ein Problem.

Zeitmanagement ist schon im Studium eine wichtige Disziplin. Die meisten Studenten in Deutschland balancieren neben der Uni noch andere Pflichten. Wir haben nachgefragt und herausgefunden: Jeder Fünfte fühlt sich mit seinem Pensum überlastet, unterfordert sind gerade mal 9 Prozent. Das Klischee vom faulen Studenten stimmt also nicht.

Studium nimmt viel Zeit in Anspruch – besonders im Staatsexamen und in der Promotion

Was genau frisst das Zeitbudget auf? Am meisten Zeit verwenden Studenten für ihre akademische Ausbildung. Die ist bei vielen auch tatsächlich ein Vollzeitjob: Bei fast drei Vierteln (72 Prozent) der Befragten nimmt sie mindestens 20 Stunden pro Woche in Anspruch. Jeder Vierte (27 Prozent) studiert zwischen 30 und 40 Stunden pro Woche, jeder Zehnte sogar noch mehr.

Wie viel Zeit jemand in sein Studium steckt, ist unter anderem eine Frage des angestrebten Studienabschlusses. Je höher der akademische Grad, auf den man hinarbeitet, desto zeitaufwändiger ist der Weg dahin. Während Bachelor- und Masterstudenten nur zu jeweils einem Drittel (36 und 34 Prozent) eine Arbeitsbelastung von 30 Stunden oder mehr pro Woche haben, trifft dies auf 60 Prozent der Staatsexamenskandidaten zu. Unter Doktoranden berichten sogar drei Viertel von einem solch hohen Pensum.

Kaum überraschend ist auch, dass es große Unterschiede zwischen den Studienfächern gibt. Im Gegenteil, gängige Klischees wurde sogar weitgehend bestätigt: Am wenigsten stressig sind laut unserer Umfrage die Wirtschaftswissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Kunst, Musik und Sport. In diesen Disziplinen geben nur rund ein Drittel (34, 35 und 38 Prozent) an, dass sie 30 Stunden oder mehr pro Woche für ihr Studium aufwenden. Am anderen Ende des Spektrums müssen zwei Drittel der Medizin- (63 Prozent) und Jurastudenten (67 Prozent) viel pauken.

Uni, Job, Ehrenamt und Familie konkurrieren um knappe Zeitbudgets

So viel Fleiß zeigt: Heutige Studenten haben ein klares Ziel vor Augen. Sie wollen gute Noten, um den Weg in den späteren Traumjob zu ebnen. Aber allein auf seine akademische Leistung kann und will sich kaum jemand verlassen: 69 Prozent arbeiten auch noch neben der Uni. Das bringt einerseits praktische Erfahrungen, andererseits hilft es, die Haushaltskasse aufzubessern. Immerhin 28 Prozent der Studenten in unserem unicensus kompakt bestritten mit einem Nebenjob den Hauptteil ihrer Studienfinanzierung. In der aktuellen Umfrage gibt knapp die Hälfte (43 Prozent) an, 11 Stunden oder mehr pro Woche zu arbeiten. Eine kleine Minderheit von 6 Prozent verbringt sogar mehr als 20 Stunden mit dem Studentenjob.

Doch das ist noch nicht alles: Jeder sechste Student (17 Prozent) in unserer Befragung engagiert sich außerdem ehrenamtlich und verwendet wöchentlich knapp fünf Stunden darauf. Auch familiäre Verpflichtungen nehmen Zeit in Anspruch. 15 Prozent der Befragten verbringen damit wöchentlich rund neun Stunden. Hinzu kommt bei 3,5 Prozent ein Praktikum. Um all dies mit dem Studium in Einklang zu bringen, muss man schon ein gutes Zeitmanagement haben.

Jeder fünfte Student ist überlastet, kaum jemand hat Langeweile

Bei den vielen Aufgaben, die Studenten täglich zu bewältigen haben, ist Langeweile kaum angesagt. Nur 9 Prozent geben an, noch Kapazitäten zu haben. Knapp drei Viertel (73 Prozent) finden ihr Pensum angemessen. Einer von fünf befragten Studenten (19 Prozent) ist hingegen mit seiner Arbeitsbelastung überfordert. Auch hier zeigt sich ein differenziertes Bild, wenn man nach Fachrichtungen und Abschlüssen unterscheidet.

Überforderung ist vor allem bei Medizinern ein Problem: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) klagen über eine zu hohe Arbeitsbelastung. Auch Jurastudenten sind zu 40 Prozent überlastet, während in den Naturwissenschaften immerhin jeder Vierte (25 Prozent) so empfindet. Tiefenentspannt sind hingegen Studenten in den Fächern Kunst, Musik und Sport: Hier finden nur 5 Prozent ihre Arbeitsbelastung zu hoch. Bei den angestrebten Abschlüssen lässt sich klar sagen, dass diejenigen, die auf ein Staatsexamen hinarbeiten, sich besonders oft gestresst fühlen (43 Prozent), gefolgt von Promotionsstudenten (32 Prozent). Umgekehrt sind vor allem Kunst-, Musik- und Sportstudenten nicht nur besonders entspannt, sondern eigener Aussage zufolge insgesamt nicht ausgelastet (19 Prozent).

Für diejenigen, die einerseits akademische Leistung bringen wollen, andererseits Geld verdienen und obendrein noch Praxiserfahrung für den Berufseinstieg sammeln müssen, kann Zeitmanagement ein echter Balanceakt werden. Hier gilt es neben den üblichen Techniken für effizientes Arbeiten und Stressreduktion auch, Aufgaben klar zu priorisieren und Synergieeffekte zu suchen. Wer zum Beispiel schon weiß, wo die Reise Job-technisch einmal hingehen soll, kann mit einem relevanten Studentenjob nicht nur seinen Lebenslauf aufpolieren, sondern auch die Studienfinanzierung sicherstellen. Das entzerrt den Alltag und sorgt im Idealfall nicht nur für weniger Stress, sondern auch für mehr Spaß an Studium, Job und anderen Dingen.

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Olaf Kempin

Olaf Kempin ist Gründer und einer von drei Geschäftsführern von univativ. Im univativ Journal schreibt er in eigener Sache und kommentiert Geschehnisse im Bereich Personalvermittlung, Recruiting, Lehre und Praxis.

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