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Bild: micjan / photocase.de

Quereinsteiger: Auf Umwegen zum Traumjob

Julia Bellinghausen

Quereinsteiger ist, wer auf dem Weg zum Job den ein oder anderen Umweg macht. Sei es, weil der Studiengang kein klares Berufsbild vorgibt, oder weil nach ein paar Jahren im ergriffenen Beruf etwas völlig Neues her muss. Die Chancen für Quereinsteiger in den unterschiedlichsten Branchen stehen dabei gar nicht schlecht – auch in der IT.

Quereinstieg: Qual der Wahl für Absolventen

Wer Jura studiert, wird nach dem Abschluss Richter oder Anwalt. Medizinstudenten werden in aller Regel Arzt. Während es Studiengänge wie diese gibt, die ein klar definiertes Berufsbild mit sich bringen, sieht es bei Geistes-, Sozial- und auch Wirtschaftswissenschaften anders aus. Zwar gibt das Studium hier eine Richtung vor, die möglichen daraus resultierenden Berufsbilder sind aber sehr vielfältig. Und es gibt auch einige Berufe, für die ein bestimmtes Studium keine Einstiegsvoraussetzung darstellt. Zudem sind die Studieninhalte einzelner Fächer oft sehr diversifiziert. Wer zum Beispiel BWL studiert, dem steht je nach Schwerpunkt der Weg in die Logistik-, Marketing- oder in die Finanzabteilung eines Unternehmens jeder beliebigen Branche offen.

Diese Einschätzung stützt auch eine Umfrage von Gehalt.de. 2016 hat man dort zahlreiche Daten ausgewertet und analysiert, um herauszufinden, wo die meisten Quereinsteiger arbeiten. Laut der Gehaltsvergleichplattform ist das in der PR und im Online-Marketing der Fall. In Agenturen und PR-Abteilungen hat fast ein Drittel der Mitarbeiter Geisteswissenschaften studiert. 29 Prozent der Mitarbeiter kommen aus der Sozialwissenschaft und 14 Prozent haben einen wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund.

Sozial-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften: alles kann, nichts muss

Typisch für Quereinsteiger-Berufe ist, dass hier Absolventen aus den verschiedensten Fachrichtungen arbeiten. Das gilt ganz besonders für die Unternehmensberatung, wie auch die Studie von Gehalt.de bestätigt. Nach ihrem akademischen Hintergrund gefragt, gaben die Teilnehmer der Umfrage, die heute als Berater arbeiten, 16 verschiedene Studiengänge an. In der Top-Quereinsteigerbranche PR umfasst das Sammelsurium immerhin noch 13 verschiedene Fachrichtungen.

Je spezifischer das in einem Beruf geforderte Wissen, desto schwerer wird es für Quereinsteiger. Wer als Software-Entwickler arbeiten möchte, kommt nicht umhin, sich Kenntnisse gängiger Programmiersprachen anzueignen. Für Berufe, in denen eine akademische Ausbildung nur bedingt auf die im Job geforderten Tätigkeiten vorbereitet, etwa in der Beratung, sind grundlegende Fähigkeiten wie eine analytische Denkweise oder gutes Zeitmanagement eher entscheidend. Hier werden oft Kandidaten gesucht, die lernfähig sind und sich schnell in neue Situationen einfinden. Weitere Skills werden häufig on the Job vermittelt.

Doch auch Quereinsteiger bringen oft relevante Fähigkeiten mit, die sie in einem fachfremden Studium erworben haben. Für sie ist es vor allem wichtig, diese Fähigkeiten in neue Zusammenhänge zu übertragen. Zum Beispiel können Linguisten, die für ihre Masterarbeit große Mengen Sprachdaten analysiert haben, oder Psychologen mit guten Statistik-Kenntnissen in Jobs punkten, in denen sie komplexe Daten auswerten müssen. Als Data Scientist oder im Online-Marketing winken gute Karriereaussichten. Weitere Kenntnisse wie Projektmanagement oder Excel können ebenfalls dabei helfen, den Sprung in den Job zu schaffen.

Auch in der IT ist ein Quereinstieg möglich

Wer glaubt, dass in einem so speziellen Umfeld wie der IT ein Quereinstieg nicht möglich ist, der irrt. Auch hier haben Quereinsteiger unter bestimmten Voraussetzungen gute Chancen, ihren Traumjob zu bekommen. Sich die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten selbst anzueignen, ist prinzipiell möglich. In unserer Fotoreportage über das Fintech-Unternehmen vaamo waren wir sehr beeindruckt von Frontend-Entwicklerin Verena Brodbeck, die sich das Programmieren im Selbststudium beigebracht hatte. Man sollte sich aber im Klaren sein, dass dieser Weg aber sehr arbeitsintensiv und auch mit Kosten verbunden ist.

Eine andere Option sind Praktika und Trainee-Programme in der IT-Beratung. In diesem Berufsfeld unterstützen Mitarbeiter Unternehmen dabei, digitale Transformationsprozesse zu planen, zu steuern und umzusetzen. Je nach Rolle stehen technische oder auch Management-Aufgaben im Vordergrund. Daher muss man entgegen landläufiger Meinung nicht zwingend IT-Experte sein, um diesen Karriereweg einzuschlagen.

Bei Tata Consultancy Services (TCS), einem zum indischen Tata-Konzern gehörenden Anbieter von IT-Services, Beratung und Geschäftslösungen, werden ausdrücklich Absolventen aller Fachrichtungen für das hauseigene Trainee-Programm rekrutiert.Für Helene Bauermeister, HR Business Partner und Recruitingleiterin bei TCS in Deutschland und Österreich, zählen Noten weniger als Praxiserfahrung und Wissen um die Abläufe in Unternehmen. „Wichtig ist auch die Begeisterung für digitale Themen, eine hohe Lernbereitschaft, um sich in Fach- oder Branchenthemen einzuarbeiten, sowie Soft Skills. Dazu zählen beispielsweise Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie Spaß an der Arbeit in einem internationalen Umfeld“, so Bauermeister.

Praktische Erfahrungen erleichtern den Einstieg ins IT-Consulting

Portrait von Helene Bauermeister, HR Business Partner und Recruitingleiterin Deutschland und Österreich bei Tata Consultancy Services

Helene Bauermeister, HR Business Partner und Recruitingleiterin Deutschland und Österreich bei Tata Consultancy Services

Trainees bei TCS werden nicht nur in allen Facetten der IT-Beratung geschult, sondern nehmen auch an Workshops zu Soft Skills und interkulturellem Arbeiten teil.  Ein absoluter Pluspunkt für diejenigen, die sich eine internationale Karriere vorstellen können. Während der Ausbildung stehen auch bereits erste Kundenprojekte an.

Studenten und Absolventen, die sich für eine Karriere im IT-Consulting interessieren, rät Bauermeister, durch Praktika oder Werkstudententätigkeiten Praxiserfahrung zu sammeln. Da Technologien heute schnell veralten, wird es wichtiger, sich laufend weiterzubilden. „Wissen über Mobility, Cloud, Automation und Open Source Software steigert den eigenen Wert auf dem Arbeitsmarkt“, sagt die Recruiting-Expertin.

Auf dem Weg in die IT

Wer ein fachfremdes Studium absolviert, aber jetzt schon weiß, dass er später eine Karriere in der IT anstrebt, kann mit einem Studentenjob vorbauen. Eine Position als Helpdesk- oder Support-Mitarbeiter bietet sich für den Anfang an. Hier wird beim Einstieg weniger Spezialwissen gefordert. Mit dem festen Ziel vor Augen, sich weiterzuentwickeln, stehen die Chancen dann nicht schlecht. Der kurz- und mittelfristige Erwerb von Zusatzqualifikationen, ob im Unternehmen selbst oder bei externen Bildungsinstituten, stellt sicher, dass man sich für größere fachliche Anforderungen und damit dem nächsten Karrierelevel empfiehlt.

Eine andere Option über den Tellerrand zu schauen, ist der Weg in die Projektarbeit. Bei spezialisierten Personaldienstleistern finden Interessierte nicht nur viele Stellenangebote auf einmal. Auch die Bandbreite der zu besetzenden Positionen und Projekte ist sehr vielfältig. Im besten Fall stoßen Bewerber so erst auf Tätigkeiten, an die sie selbst nicht gedacht haben. Betreuer können Kandidaten zudem helfen, die Stellen zu finden, die zu ihrem Profil passen, und Vorschläge für Weiterbildungen machen. Gleichzeitig bieten solche Projekte nicht nur ein enormes Lernpotenzial, sondern auch die Gelegenheit, verschiedene Unternehmen sowie Tätigkeitsprofile kennenzulernen und wertvolle Berufserfahrung in der Wunschbranche zu sammeln.

In einigen Fällen kann auch ein berufsbegleitendes Studium oder eine Ausbildung der richtige Weg sein. Ein guter Ansprechpartner für notwendige Weiterbildungen oder Kurse sind die Berater der Agentur für Arbeit. Aber auch in den Unternehmen selbst gibt es oft Beauftragte für Trainings und Lehrgänge, mit denen man den individuellen Weiterbildungsbedarf besprechen kann. Das Angebot von Weiterbildungsmöglichkeiten und die eigene Perspektive sollten daher gerade Quereinsteiger bereits im Vorstellungsgespräch thematisieren.

Alles wird digital – gute Chancen für Quereinsteiger

Der Quereinstieg in die IT ist besonders aussichtsreich, da kaum eine Branche heute ohne EDV auskommt – der zunehmenden Digitalisierung sei Dank. Kompetente Fachkräfte werden hier seit Jahren gesucht und diese Entwicklung wird sich auch in in absehbarer Zeit nicht verändern. Wer technisch versiert ist und den großen Umschulungsaufwand nicht scheut, hat dementsprechend sehr gute Chancen, als Quereinsteiger in seiner Wunschbranche einen Job zu finden.

Arbeitsplätze gibt es bei großen Unternehmen mit einer IT-Abteilung. Aber auch bei IT-Unternehmen und Software-Firmen selbst haben immer Bedarf. Die Bandbreite ist riesig: Von der System- oder Anwendungsbetreuung über Support bis zur Programmierung gibt es zahlreiche Einsatzbereiche. Qualifizierte Arbeitskräfte werden hier immer gesucht.

Viele Weiterbildungen in der IT, aber auch im Projektmanagement oder dem Bereich gefragter Soft Skills hat die univativ academy für alle, die sich bereits im univativ Talentpool befinden, im Programm. Mehr dazu gibt es hier: https://www.univativ.com/de/academy.

Julia Bellinghausen

Julia Bellinghausen hat Philosophie, Literatur- und Kommunikationswissenschaft studiert. Als Redakteurin für das univativ Journal ist sie immer auf der Suche nach neuen Geschichten rund um die Themen Studium, Berufseinstieg und Arbeitswelt.

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