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Stellenanzeigen richtig lesen: Unsere Tipps

Redaktion

Stellenanzeigen richtig lesen will gelernt sein. Berufsanfänger tun sich oft schwer mit der Stellensuche und insbesondere dem Schreiben von Bewerbungen. Kein Wunder, ist doch dabei Einiges zu beachten.

Wer sich erfolgreich bewerben will, muss Stellenanzeigen richtig lesen lernen. Diese zu entschlüsseln, ist auf dem Weg zum Traumjob extrem wichtig. Wie könnt ihr passende Stellen identifizieren und eure Bewerbung darauf maßschneidern? Darüber haben wir mit Julian Smiatek gesprochen, Teamleiter Personal & Hochschulmarketing im univativ-Büro Köln. Er hat ein paar wertvolle Tipps für euch.

Woran erkenne ich eine gute Anzeige?

Viele Bewerber machen sich gar nicht bewusst, dass Stellenanzeigen sehr viel über das ausschreibende Unternehmen verraten können. Sie sind Spiegel interner Prozesse, des eigenen Selbstverständnisses und der Unternehmenskultur.

Eine gute Anzeige ist strukturiert aufgebaut und verständlich formuliert. Sie enthält eine detaillierte Aufgabenbeschreibung und ein Qualifikationsprofil, einen Ansprechpartner für Rückfragen sowie eine Unternehmensbeschreibung. Darüber hinaus findet man oft Angaben zu zusätzlichen Arbeitgeberleistungen, die dem Bewerber die Stelle noch schmackhafter machen sollen. Auch Informationen zur Beschäftigungsdauer, zum Einstellungstermin oder den Arbeitsbedingungen dürfen nicht fehlen. Rechtschreibfehler in einer Stellenausschreibung sind genauso wie in der Bewerbung ein absolutes No-Go – das wirkt unseriös und wenig professionell.

Aber auch eine gute Anzeige sollten Bewerber mehrmals in Ruhe durchlesen und sich so einen Gesamteindruck verschaffen. Wie viel Mühe gibt sich das Unternehmen, gute Mitarbeiter zu gewinnen? Warum hat der Verfasser die Anzeige so formuliert?

Auf welche Formulierungen sollte ich besonders achten?

Der Knackpunkt jeder Anzeige ist das aufgeführte Anforderungsprofil. Hier werden die vom Bewerber gewünschten Eigenschaften und Fähigkeiten aufgelistet. Beim Lesen ist es ratsam, auf Details zu achten, um die zwingend notwendigen Qualifikationen von den optionalen zu unterscheiden. Kriterien, die Bewerber erfüllen müssen, werden mit Beschreibungen wie „wir erwarten“, „Sie bringen mit“, „setzen wir voraus“ oder „erforderlich“ gekennzeichnet. Formulierungen wie „idealerweise“, „wünschenswert“, „erwünscht“ oder „hilfreich“ wiederum drücken zusätzliche Wünsche des Unternehmens aus. Oft werden solche optionalen Eigenschaften auch mit Wendungen wie „Wenn Sie außerdem …mitbringen“ oder „von Vorteil ist“ gesondert eingeleitet.

Auf dem Bild ist Julia Smiatek zu sehen. Er lächelt freundlich und trägt eine Brille.

Julian Smiatek ist bei univativ Teamleiter Personal & Hochschulmarketing am Standort Köln

Muss ich alle Anforderungen erfüllen, um eine Chance zu haben?

Die Frage aller Fragen – und die klare Antwort ist: Nein! Ob man eine Chance hat, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört auch, wie stark die Konkurrenz ist. Natürlich hat man bessere Karten, wenn man dem Anforderungsprofil so gut wie möglich entspricht – beginnend bei den harten „must have“-Kriterien bis zu den „nice to have“-(Soft) Skills. Letztere fallen in erster Instanz zwar weniger ins Gewicht, können aber im nächsten Schritt den Ausschlag geben. Dennoch muss sich niemand enttäuscht abwenden, wenn er die ein oder andere genannte Fähigkeit noch nicht mitbringt. Sind die wichtigsten Anforderungen erfüllt, kann man sich bewerben. Es macht einen guten Eindruck, wenn im Anschreiben auf die fehlenden Skills hingewiesen wird. So macht der Bewerber deutlich, dass er die Stellenanzeige aufmerksam gelesen hat und nicht einfach etwas unter den Tisch kehren will.

Grundsätzlich sollte man als Berufseinsteiger versuchen, mangelnde Berufserfahrung anhand von absolvierten Praktika oder Werkstudententätigkeiten in einem relevanten Gebiet abzufedern. Auch  Projektmanagement-Skills werden positiv bewertet und können in diesem Beispiel als Beleg für Organisationstalent oder strukturiertes und zielgerichtetes Arbeiten genutzt werden. Sogar relevante Studienprojekte, Semester- oder Abschlussarbeiten, die einen thematischen Bezug zu den Arbeitsaufgaben haben, können die eigenen Chancen erhöhen und sollten Teil der Bewerbung sein. Genauso kann ehrenamtliches Engagement einen Pluspunkt darstellen. Mit einem Mythos kann aufgeräumt werden: Hobbies sind nicht ausschlaggebend und haben in einer Bewerbung nichts verloren.

Was mache ich, wenn ich Angaben in der Anzeige nicht verstehe?

In einer seriösen Stellenanzeige wird immer ein Kontakt angegeben, der für Fragen zur Ausschreibung erreichbar ist. Wenn es konkrete Verständnisfragen zur Stelle sind, etwa zum Aufgabenfeld, sollte man diese Möglichkeit nutzen, um alle Details zu klären und seine Bewerbung optimal ausarbeiten zu können. Fachliche Fragen sollten jedoch erst recherchiert werden, bevor man sich beim Ansprechpartner die Blöße gibt.  Von einem Anruf zum alleinigen Zwecke des „Name-Droppings“ sollten Bewerber absehen – das kann im Zweifel eher einen negativen Eindruck hinterlassen. Eine sinnvolle telefonische Kontaktaufnahme vor Absenden der Bewerbung kann insbesondere im Anschreiben als Aufhänger benutzt werden.

Stellenanzeigen richtig lesen: Was ist der häufigste Fehler?

Berufseinsteiger können ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt nur schwer einschätzen. Das führt dazu, dass sich viele Bewerber von bestimmten Anforderungen, Worthülsen und Phrasen abschrecken lassen, die in den meisten Stellenanzeigen vorkommen.

Ein Beispiel sind Formulierungen zur Abschlussnote. Konkrete Angaben dazu in der Stellenanzeige sollte man durchaus ernst nehmen. Meist ist dieser Punkt allerdings schwammig formuliert. Viele Bewerber lassen sich von der Formulierung „überdurchschnittliche Leistungen“ abschrecken, obwohl eine konkrete Note nicht immer als Ausschlusskriterium dient und tatsächlich in jedem Unternehmen unterschiedlich interpretiert wird. Daher nicht den Fehler machen, sich selbst zu vorschnell auszusortieren! Auch komplizierte Jobtitel tragen dazu bei, dass geeignete Kandidaten von einer Bewerbung absehen. Dabei sind solche Titel oft nichts weiter als Schönmalerei. Eine gesunde Portion Selbstbewusstsein ist daher nie verkehrt. Das gilt beispielsweise auch, wenn man nicht eins-zu-eins den geforderten Studiengang mitbringt.

Stellenanzeigen richtig lesen lernen bedeutet auch, sich immer bewusst machen, dass die Anzeige den perfekten Kandidaten sucht – und darüber ist sich auch der Arbeitgeber im Klaren. Wenn ein Kandidat also  die Anforderungen nicht zu hundert Prozent erfüllt, ist das noch lange kein Grund von einer Bewerbung abzusehen.  Wer einen Großteil der Anforderungen erfüllt, sollte auf jeden Fall sein Glück probieren!

Redaktion

Die univativ Redaktion gewährt Einblicke hinter die Kulissen von univativ-Mitarbeitern, Studenten, Absolventen und Unternehmen. Das Redaktionsteam freut sich immer über Neuigkeiten, Anregungen, Lob und Kritik.

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