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Künstliche Intelligenz im Bewerbungsverfahren? Studenten sind kritisch

Redaktion

Künstliche Intelligenz ist schon lange kein Traum aus der Science-Fiction Welt mehr. Sowohl im Privatleben als auch am Arbeitsplatz kommt sie zum Einsatz. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch im Bewerbungsverfahren bereits auf Künstliche Intelligenz zurückgegriffen wird. Durch intelligente Algorithmen sollen Bewerbungsverfahren transparenter, effizienter und fairer werden. Deutsche Studenten stehen dem Thema kritisch gegenüber, wie der aktuelle unicensus kompakt zeigt, für den rund 800 angehende Akademiker befragt wurden. Allerdings sehen Studenten darüber hinaus auch Potential in der Anwendung Künstlicher Intelligenz. So stimmt mehr als die Hälfte der Aussage zu, dass KI viele nützliche Anwendungsmöglichkeiten bietet. Das Zukunftsszenario, ein Vorstellungsgespräch mit einem Roboter-Recruiter zu führen, kann sich jedoch aktuell nur ein Bruchteil vorstellen. Auch von den Digital Natives wird ein menschliches Gegenüber im Bewerbungsverfahren mehrheitlich bevorzugt.

Datenmissbrauch als Beigeschmack

Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, dass KI zahlreiche sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten bietet, die ihnen das Leben erleichtern – z.B. in den Bereichen Stauvermeidung, Logistik, Forschung oder Kundenservice. Mehr als jeder Dritte schätzt KI grundsätzlich auch als Chance ein, während etwas weniger Befragte (31 Prozent) angaben, darin eher ein Risiko zu sehen. In diesem Zusammenhang wird vor allem Datenmanipulation und die unerlaubte Verwendung persönlicher Daten befürchtet. Für Unternehmen, die KI im Bewerbungsprozess nutzen wollen, gilt es also immer auch zu prüfen, wie sich Datenschutz und künstliche Intelligenz miteinander vereinen lassen.

Den praktischen Einsatz im Bewerbungsverfahren sehen Studierende allerdings kritisch. Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass das automatische Matching, die Terminplanung von Vorstellungsgesprächen oder auch die Rankings von Kandidaten auf Basis der Bewerbungsunterlagen mittels KI nicht umgesetzt werden können. Weit weniger beurteilen den Einsatz von KI im Bewerbungsverfahren als unkritisch. Trotz dieses deutlichen Meinungsbildes sehen die Studierenden auch gewisse Vorteile im Einsatz von KI. Vor allem die objektivere Kandidatenauswahl sowie die Vorbeugung gegenüber Diskriminierung spielen in diesem Kontext eine wesentliche Rolle.  Fast ebenso viele versprechen sich dadurch schnellere und effizientere Prozesse, eine größere Transparenz im Bewerbungsverfahren würde rund ein Drittel der Studenten erwarten.

Künstliche Intelligenz scheitert an der menschlichen Persönlichkeit

Im Hinblick auf mögliche Nachteile gaben weit mehr als zwei Drittel der Befragten an, dass bei einem Einsatz von KI in Bewerbungsverfahren die Persönlichkeit des Bewerbers als Differenzierungsmerkmal außen vor bleibt. In diesem Fall wird der Bewerber lediglich auf Noten und Fakten reduziert. Doch bei der Auswahl des passenden Mitarbeiters zählt auch immer der Faktor Mensch. In der heutigen Zeit wird insbesondere der Sozialkompetenz ein hoher Stellenwert zugeschrieben. Das gilt für den Bewerber ebenso wie für den Recruiter. Denn auch wenn der Bewerber rein fachlich in das Einstellungsraster passt, resultiert daraus nicht zwangsläufig das Harmonieren mit dem Team.

Darüber hinaus stimmten mehr als die Hälfte der Aussage zu, dass KI nicht perfekt sei und deren Einsatz auch ein Fehlerpotential mitbringe. Beispielsweise im Hinblick auf subjektive Programmierung oder eine falsche Datenbasis. In der Zeichnung eines konkreten Zukunftsszenarios reagierten die Befragten eher verhalten: Ein Vorstellungsgespräch mit einem Roboter-Recruiter können sich lediglich 12 Prozent der Befragten überhaupt nicht vorstellen. Jeder Dritte wäre zwar nicht vorbehaltlos, würde es aber auf einen Versuch ankommen lassen. Lediglich zehn Prozent zeigen sich im Hinblick auf einen solchen Anwendungsfall wirklich neugierig und hätten kein Problem damit. Alles in allem bevorzugen jedoch knapp die Hälfte der Befragten einen menschlichen Gesprächspartner, wenn es um den potentiellen neuen Job geht.

Datenschutz in sozialen Medien ist Alltag

Im Zentrum des sogenannten Roboter-Recruitings steht das automatisierte Matching. Der Roboter trägt folglich alle Daten, die er im Internet über einen Bewerber finden kann, zusammen. Er filtert mithilfe der kognitiven Analysesoftware nach bestimmten Keywords. Beim Scannen entsteht so ein repräsentatives Gesamtbild, das auf Daten aus den Social-Media-Profilen des Kandidaten sowie den eingereichten Dokumenten basiert. Die Möglichkeit, dass potentielle Arbeitgeber Informationen über Bewerber aus deren Social-Media-Profilen konsolidieren könnten, ist vielen Studierenden offenbar schon bewusst. So gab knapp ein Drittel an, dies mittels der Privatsphäre-Einstellungen oder privater Profile aktiv zu unterbinden. Jeder Vierte denkt „manchmal“ an diesen Umstand und wählt Inhalte für seine Posts dahingehend bewusst aus. Fast genauso viele der Befragten denken sogar „oft“ daran und haben sich dazu entschieden, nur noch Unverfängliches auf ihren Profilen zu veröffentlichen. Immerhin 14 Prozent sind noch einen Schritt weitergegangen und haben ihre Aktivität auf Social-Media-Kanälen aus diesem Grund eingeschränkt oder eingestellt.

„Unsere Digital Natives sind im digitalen Raum keine naiven Konsumenten – im Gegenteil, sie begegnen dem Thema Datenschutz im Allgemeinen gut informiert und treffen entsprechende Vorkehrungen. Interessant ist, dass sie im Hinblick auf ihre berufliche Entwicklung offenbar noch sorgsamer mit ihren Daten umgehen. Für uns Arbeitgeber heißt das im Umkehrschluss, dass wir bei der Digitalisierung unsere Hausaufgaben machen und für Datensicherheit sorgen müssen“, kommentiert Olaf Kempin, Gründer und Co-Geschäftsführer von univativ, die Ergebnisse. „Menschen durch Roboter zu ersetzen, scheint im Recruiting also noch Zukunftsmusik zu sein und aktuell kein Wunsch der angehenden Absolventen.“

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