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Bild: cydonna / photocase.de

Aufstiegschancen, Gehalt oder sicherer Job: Was ist Studenten wichtig?

Olaf Kempin

Sich für ein Studienfach zu entscheiden, kann eine echte Herausforderung sein. Viele Faktoren spielen eine Rolle: Was liegt mir, was macht mir Spaß? Habe ich einen konkreten Berufswunsch oder möchte ich mir verschiedene Optionen offenhalten? Welche Karriere- und Gehaltsaussichten wünsche ich mir? Für den aktuellen unicensus kompakt haben wir deutschlandweit rund 1.000 Studenten gefragt, welche Faktoren bei der Wahl ihres Studienfachs eine entscheidende Rolle gespielt haben und was sie sich für ihre berufliche Zukunft wünschen.

 

Selbstverwirklichung ja bitte, aber nicht ohne Sicherheit

Ein Ergebnis der Umfrage: Für die heutige Studentengeneration ist das Studium vor allem ein Mittel zur Selbstverwirklichung. Materielle Werte und eine steile Karriere stehen nicht im Mittelpunkt. Ganz im Gegenteil. Die Mehrheit der Studenten (67 Prozent) entscheid sich für ihr Studienfach, weil es nicht nur ihren individuellen Talenten entspricht, sondern die Studieninhalte auch mit den persönlichen Interessen harmonieren. Jeder Fünfte möchte nach dem Abschluss etwas in der Welt bewegen. Fehlende Empathie und Ziellosigkeit kann man den angehenden Akademikern also keineswegs unterstellen.

Was den Studenten aber fast genau so viel bedeutet wie die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen, ist Sicherheit. 58 Prozent haben sich für ihr Studienfach entschieden, weil sie sich davon nach dem Abschluss einen sicheren Job und ein geregeltes Einkommen versprechen. Dementsprechend attraktiv ist auch die Verbeamtung. Jeder Zweite würde den Beamtenstatus nach dem Abschluss begrüßen.

Die Gehaltsperspektiven waren für gut jeden dritten (36 Prozent) der befragten Studenten der wichtigste Faktor bei der Wahl des Studienfaches. Auch dies ist ein Ausdruck für das große Sicherheitsbedürfnis, das die aktuelle Studentengeneration ausmacht. Eine unicensus Umfrage aus 2016 zum Thema Studienfinanzierung zeigte, das finanzielle Schwierigkeiten sich wie ein roter Faden durch das Studium ziehen und fast die Hälfte der Absolventen (44 Prozent) mit erheblichen Schulden ins Berufsleben starten. Unter dem Aspekt Sicherheit spielt das Gehalt also eine wichtige Rolle. Verschwindend gering ist mittlerweile der Einfluss der Eltern (10 Prozent). Die Wahl des Studienfachs ist für die Studenten eine Herzensangelegenheit, die sie selbstständig und weitestgehend unabhängig von den Eltern getroffen haben.

Die Grafik bildet in verschiedenen gelb und grau Tönen ab, welche Faktoren für deutsche Studenten bei der Wahl ihres Studienfachs wichtig sind.

unicensus kompakt – Studieren mit einem klaren Ziel vor Augen: Deutsche Studenten setzen bei der Wahl ihres Studienfachs auf Selbstverwirklichung und Sicherheit

Studieren mit einem klaren Ziel vor Augen

Für die Mehrheit der jungen Akademiker ist das Studium längst keine Phase der Selbstfindung mehr. Knapp zwei Drittel (61 Prozent) verfolgen einen ganz klaren Berufswunsch. 34 Prozent davon haben sich sogar schon mit einem konkreten Berufsziel an der Hochschule eingeschrieben. Im Verhältnis dazu wird wenig experimentiert: Die Richtung, in die es nach dem Abschluss gehen soll, ist klar. Das passt zu den straff durchorganisierten und eng getakteten Bachelor- und Masterstudiengängen der Bologna-Reform, durch die vor mehr als 10 Jahren die altehrwürdigen Diplom- und Magisterstudiengänge abgelöst wurden.

87 Prozent der im aktuellen unicensus befragten Studenten befanden sich im Bachelor- oder Masterstudium. Lediglich 7 Prozent waren Doktoranden, die ihr Studium bereits abgeschlossen haben und eine Promotion anstreben. Die Motivation über den Bachelor hinaus einen höheren akademischen Abschluss anzustreben, ist unterschiedlich. In erster Linie (48 Prozent) wurden bessere Karrierechancen als Grunde genannt. Aber auch bessere Gehaltsperspektiven und der Wunsch nach einer weiteren fachlichen Vertiefung spielten für jeweils 18 Prozent eine Rolle. Gesellschaftliches Ansehen oder eine Karriere in der Wissenschaft spielen in diesem Zusammenhang kaum eine Rolle (je 5 Prozent).

Und nach dem Abschluss? Freizeit, Sicherheit und Flexibilität

Nach ihren Prioritäten nach dem Hochschulabschluss gefragt, gaben 30 Prozent der befragten Studenten an, dass Ihnen eine gute Work-Life-Balance besonders wichtig ist. Außerdem steht flexibles Arbeiten hoch im Kurs: Homeoffice-Regelungen und flexible Arbeitszeitmodelle erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit (16 Prozent).

Was sich die Studenten von heute wünschen, ist also vor allem ein sicherer Arbeitsplatz und finanzielle Unabhängigkeit. Trotzdem ist für die wenigsten die absolute Höhe des zukünftig zu erwartenden Gehalts die oberste Priorität – die Lebensqualität ist wichtiger. Das Bedürfnis nach möglichst viel persönlicher Freiheit findet im Wunsch nach einer guten Work-Life-Balance und einem Höchstmaß an Flexibilität seinen Ausdruck.

Olaf Kempin

Olaf Kempin ist Gründer und einer von drei Geschäftsführern von univativ. Im univativ Journal schreibt er in eigener Sache und kommentiert Geschehnisse im Bereich Personalvermittlung, Recruiting, Lehre und Praxis.

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