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Prioritäten setzen und Zeitdruck im Studium vermeiden

Redaktion

Regelstudienzeiten, Nebenjobs, familiäre Verpflichtungen: Prioritäten setzen will gelernt sein. Es gibt eine ganze Reihe an Faktoren, die den Druck für Studenten erhören. Das Gefühl von Zeitnot führt schnell zu Stress und schlägt auf die Gesundheit. Hier gilt es, bereits die ersten Warnzeichen zu erkennen, sich Hilfe zu suchen und ein paar Tricks für effizientes Arbeiten zu beherzigen.

Leistungs- und Zeitdruck führen zu Überlastung im Studium

Erst kürzlich hat univativ aktuelle Zahlen zur Arbeitsbelastung deutscher Studenten auf den Tisch gelegt: Rund jeder Fünfte, so ergab eine bundesweite Befragung im Sommer 2017, fühlt sich im Studium überlastet. Die Mehrheit verbringt 20 Stunden oder mehr pro Woche mit ihrem Studium. Zwei Drittel der Studierenden arbeiten nebenbei, um ihre Hochschulausbildung zu finanzieren – im Durchschnitt zehn Stunden pro Woche. Zusätzlich engagiert sich jeder sechste Student (17 Prozent) in einem Ehrenamt, 15 Prozent kommen familiären Verpflichtungen nach und 3,5 Prozent machen neben dem Studium ein Praktikum. Rund fünf Prozent der Studierenden werden bereits vor oder während des Studiums Eltern und müssen entsprechend Zeit für den Nachwuchs aufbringen.

Mehr als die Hälfte der Studierenden bekommen die Folgen dieser Belastung in Form von Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder Erschöpfung zu spüren, wie die AOK in einer Studie belegt. Auch laut einer Erhebung der Universitäten Hohenheim und Potsdam klagen 53 Prozent der Studenten über zu viel Stress – meist aufgrund von Zeit-, Leistungs- und Erwartungsdruck sowie dem Gefühl von Überforderung. Bereits jeder fünfte Student nimmt inzwischen sogar therapeutische Hilfe in Anspruch, wie die Techniker Krankenkasse weiß, vier Prozent bekämpfen belastungsbedingte Depressionen gar mit Psychopharmaka. Die Stressauslöser sind der TK zufolge Prüfungsdruck (52 Prozent), die Anforderungen des Lernstoffs (28 Prozent), Zusatzbelastung durch Nebenjobs (26 Prozent), Versagensängste (26 Prozent) sowie Zukunftsängste (23 Prozent).

Wichtigste Maßnahmen: Achtsamkeit walten lassen und Prioritäten setzen

Stress entsteht nicht über Nacht. Anhaltende Überlastung stellt sich meist schleichend ein und es ist wichtig, die Anzeichen früh zu erkennen und gegenzusteuern. Wer erste Signale wie dauerhaft gedrückte Stimmung, Schlaflosigkeit oder wiederkehrende Ängste bei sich registriert, sollte sich unbedingt eine Auszeit nehmen und den Ursachen auf den Grund gehen. Manchmal reicht ein kurzer Break, um neue Energie zu tanken. Immerhin nimmt das Studentenleben mit all seinen Verpflichtungen immer mehr den Charakter eines Vollzeitjobs ohne Urlaubsanspruch an. Selbst die vorlesungsfreie Zeit ist meist streng durchgetaktet. Statt permanent auf Maximalflamme zu brennen, sollten bewusst Pausen zur Regeneration eingelegt werden. Danach kann man wieder erholt und effizient arbeiten. Das reicht von der bewusst gesetzten Mittagspause fernab des Schreibtischs, fest terminierten Sporteinheiten, über regelmäßige freie Tage bis zu längeren Urlauben.

Zudem sollten Studierende Prioritäten setzen und abwägen, was für die eigene Zukunft relevant ist und was nicht. Zu oft führt der Vergleich mit Kommilitonen zu unnötigem Druck und dazu, sich zu viel aufzubürden. „Man müsste mal…“ ist ein Gedanke, der schnell dazu führt, die eigene Agenda zu überfrachten. Bei allen To Dos, ob studienbezogen, privater oder beruflicher Natur, ist es besser stets zu fragen, was wirklich wichtig und dringend ist. Einige Dinge können vielleicht warten oder müssen nur erledigt werden, wenn tatsächlich Zeit und Leerlauf ist.

Und nicht alles macht für jeden Sinn. Jeder Studierende sollte sich früh informieren, welche Qualifikationen für den angestrebten Beruf hilfreich sind und dann gezielt darauf hinarbeiten. Statt drei stressbeladener Vollzeitpraktika pro Jahr ist vielleicht eine kontinuierliche studentische Mitarbeit in einem Unternehmen ausreichend, sofern diese Tätigkeit zum avisierten Beruf hinführt. Auch wer sein Studium durch Nebenjobs finanzieren muss, fährt stressfreier, wenn er statt Promojobs plus Fachpraktika gleich auf eine fair bezahlte Stelle als Werkstudent setzt.

Effizientes Arbeiten Dank gutem Zeitmanagement

Auch im Arbeitsalltag selbst gibt es eine Reihe an Tricks, sich den Kopf frei und das Stresslevel möglichst niedrig zu halten:

  1. Ziele setzen: Zu allererst ist es hilfreich, weniger in To Dos als in Zielen zu denken. Was ist mein Ziel für dieses Semester? Welches Etappenziel will ich in einem bestimmten Fach oder Seminar erreichen? Was muss diese Woche oder heute passieren, damit alles wie geplant weitergeht? Diese Ziele lassen sich dann in händelbare Happen runterbrechen und wirken weniger überwältigend. Zudem ist das Abhaken einzelner Etappen ein motivierendes Erfolgserlebnis.
  2. Aufgaben dokumentieren: Ist dann klar, was auf die Agenda gehört, empfiehlt es sich die Aufgabenplanung zu dokumentieren. Ob das im digitalen Kalender, einem klassischen Stundenplan oder im Notizheft erledigt wird, ist Geschmackssache. Es ist bereits eine erhebliche Entlastung, To Dos nicht ständig in Gedanken mit sich herumzutragen – und es fördert die Konzentration auf die aktuelle Aufgabe, den Kopf frei zu haben. Gerade für Studenten lohnt sich ein Blick in die 3-Spaltentechnik für Notizbücher. Diese spezielle Dokumentationstechnik erleichtert die Übersicht über To-Do-Listen, Notizen und Mitschriften.
  3. Zeitkontingent und eigene Leistungsfähigkeit berücksichtigen: Wir neigen dazu, uns zu viel vorzunehmen. Dabei hat der Tag nur 24 Stunden. Bei der Wochen- und Tagesplanung hat es sich als hilfreich erwiesen, sich neben Tageszielen höchstens ein bis zwei To Dos zu setzen. Wer etwa vormittags an seiner Bachelorarbeit schreiben will und abends einem Nebenjob nachgeht, sollte sich nicht noch die Nachmittagsstunden verplanen. Sie füllen sich meist ganz von alleine mit den unerwarteten Dingen, die der Tag so bringt, für die dann aber ausreichend Luft ist. Oder man nutzt die freie Zeit im wahrsten Sinne des Wortes: als Freizeit, um neue Energie zu schöpfen.
    Bei der Planung ist es zudem sinnvoll, die eigene Leistungsfähigkeit und Leistungskurve zu berücksichtigen. Nicht jeder lernt und arbeitet gleich. Der Eine ist ein Nachtmensch, der Andere ist morgens effizienter. Sich nur an dem Rhythmus Anderer zu orientieren und der Masse hinterher zu hechten, schafft unnötig Druck.
  4. Konzentrationsfähigkeit fördern: Multitasking ist etwas für Piloten – und Pilot ist ein verdammt stressiger Beruf. Multitasking ist einer der größten Konzentrationshemmer und somit Zeitfresser. Störungen, die von der aktuellen Aufgabe ablenken, sollten auf ein Minimum reduziert werden. Beim Lernen und Hausarbeiten schreiben ist das Smartphone aus. Wer in der WG zu viel Ablenkung hat, geht zum ungestörten Arbeiten in die Bib.
  5. Wissen, wann es gut ist: Schließlich hilft das Pareto-Prinzip, unnötige Mehrarbeit zu vermeiden. Gerade wer sich durch Recherchen in ein Thema reinfuchst, kommt gerne vom Hundertsten ins Tausendste. Wer vorher klar sein Ziel absteckt, erkennt besser, wann eine Aufgabe erfüllt ist und abgeschlossen werden kann. Das Pareto-Prinzip besagt, dass 80 Prozent der zu erbringenden Leistung in der Regel mit 20 Prozent der aufzubringenden Zeit erledigt ist. Die restlichen 20 Prozent erfordern hingegen 80 Prozent der Zeit – und machen das Ergebnis oft nicht entscheidend besser. Der klassische Fall der Verzettelung in eigentlich Unwesentliches droht.

Prioritäten setzen ist Übungssache

Klappt es mit dem Prioritäten setzen trotz detaillierter Ziele und umsichtiger Zeitplanung nicht, sollten sich Studenten Hilfe suchen. Diese Unterstützung kann ganz unterschiedlich aussehen. Dem Einen helfen Lerngruppen mit Gleichgesinnten, die Struktur geben und das Gefühl vermitteln, mit der Belastung nicht alleine dazustehen. Dem Anderen gehen Hausarbeiten flinker von der Hand, wenn er sich bereits in der Planungsphase mit dem Prof abgestimmt hat. Viele Hochschulen bieten inzwischen zudem Kurse zur Stressbewältigung an – die Studienberatung ist hier die richtige Anlaufstelle. Wichtig ist es, den ersten Schritt zu machen und unerwünschte Muster zu durchbrechen. Am Ende ist das Prioritäten setzen auch eine Übungssache.

Redaktion

Die univativ Redaktion gewährt Einblicke hinter die Kulissen von univativ-Mitarbeitern, Studenten, Absolventen und Unternehmen. Das Redaktionsteam freut sich immer über Neuigkeiten, Anregungen, Lob und Kritik.

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