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Sichere Jobs: Welche Berufe bieten gute Zukunftsperspektiven?

Julia Zhu

Fester Vertrag statt befristete Stelle und am liebsten bis zur Rente bei einem Arbeitgeber bleiben? Für viele Studenten ist das durchaus wünschenswert. Wer aber langfristig sichere Jobs will, muss künftig vor allem flexibel sein, sich laufend weiterbilden und ein paar besonders gefragte Skills besitzen.

Hohes Gehalt, Dienstwagen und steile Karriere? Von wegen! Die Mehrheit der deutschen Studenten wünscht sich nach dem Abschluss vor allem sichere Jobs. Das ergab unser jüngster unicensus kompakt. Für die Hälfte der Befragten wäre sogar eine Verbeamtung erstrebenswert, auch wenn kaum jemand von ihnen eine klassische Beamtenlaufbahn eingeschlagen hat. Doch welche Jobs sind heute überhaupt „sicher“?

Laut Statistischem Bundesamt hat die Dauer der Betriebszugehörigkeit deutscher Arbeitnehmer im letzten Jahrzehnt nicht abgenommen. Noch immer arbeitet fast jeder Zweite (45 Prozent) seit zehn Jahren oder länger beim selben Arbeitgeber. Für junge Akademiker sieht die Lage jedoch anders aus: sie kämpfen mit befristeten Stellen und unsicheren Jobperspektiven. Bestätigt wird dies von einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung, die einen deutlichen Anstieg der befristeten Arbeitsverhältnisse bei jungen Menschen bis 34 Jahren festgestellt hat. Da ist der Wunsch junger Berufseinsteiger nach mehr Stabilität und Planungssicherheit verständlicherweise groß.

Der digitale Wandel zeigt erste Auswirkungen auf Jobperspektiven

Grundsätzlich gilt: Gute Perspektiven bieten Berufe, für die das Angebot an Stellen größer ist als die Zahl der Bewerber. Fachkräfte, um die Unternehmen miteinander konkurrieren, können in der Regel bessere Konditionen wie einen festen Vertrag oder höhere Bezahlung herausverhandeln als Bewerber, die leicht ersetzbar erscheinen. Doch wer sein Studien- oder Ausbildungsfach danach auswählt, wo aktuell Bedarf an Frachkräfen besteht, wird mitunter enttäuscht. Eine Garantie dafür, dass ein gefragtes Berufsprofil auch in ein paar Jahren noch Perspektiven bietet, gibt es nicht. Das Konzept des Schweinezyklus verdeutlicht das Problem: Herrscht in einem Bereich Fachkräftemangel, drängt der Nachwuchs, angelockt von guten Jobchancen und steigenden Gehältern, in die entsprechenden Studien- und Ausbildungsgänge. Nach einigen Jahren jedoch ist der Markt übersättigt und Absolventen haben plötzlich Schwierigkeiten, eine passende Stelle zu finden.

Auch hat der technologische und gesellschaftliche Wandel Einfluss darauf, ob es ein bestimmtes Berufsbild in Zukunft überhaupt noch geben wird. Daher lässt sich besonders auf lange Sicht kaum sagen, ob ein Beruf sichere Jobs bietet. Manche Experten erwarten, dass in den kommenden zwanzig Jahren fast jeder zweite Job durch Digitalisierung und Automatisierung wegfallen wird. So wird zum Beispiel der Beruf des Bankkaufmanns, der lange Zeit als der sichere Job schlechthin galt, künftig kaum noch gebraucht. Diese Arbeit erledigen dann Computer. Auch Fremdsprachensekretäre, Gas- und Wasserableser, Versicherungskaufleute und sogar DJs müssen befürchten, durch Maschinen ersetzt zu werden. Wer eine grobe Orientierung haben möchte, ob sein Wunschberuf zukunftssicher ist, kann beim ARD Job-Futuromat eine Einschätzung bekommen.

Natürlich entstehen auf der anderen Seite neue Tätigkeitsfelder rund um digitale Technologien. Welche genau das sein werden, weiß allerdings noch niemand so genau. Prof. Dr. Bernd Jörs vom Fachbereich Medien der Hochschule Darmstadt meint, dass die Jobs der Zukunft erst noch erfunden werden müssen. Klar ist aber schon heute: Die Jobs von morgen werden weniger spezifisches Fachwissen erfordern. Stattdessen brauchen Kandidaten ein breites Qualifikationsprofil und die Bereitschaft, sich lebenslang weiterzubilden. Immer entscheidender ist es für Arbeitnehmer, mit der zunehmenden Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts Schritt zu halten.

IT- und Datenexperten schauen in eine rosige Zukunft

Ein paar Trends lassen sich allerdings auch aktuell auf dem Arbeitsmarkt beobachten. Die Chancen für IT-Experten stehen momentan überdurchschnittlich gut, was wenig überrascht. 2016 waren hier 89 Prozent aller ausgeschriebenen Stellen unbefristet, so die Bundesagentur für Arbeit. Bei Stellen für Bewerber mit abgeschlossenem Studium lag die Quote sogar bei 91 Prozent. Zum Vergleich: Insgesamt waren nur 74 Prozent aller Stellen für Akademiker unbefristet. Da mit der fortschreitenden Digitalisierung die IT-Anforderungen in quasi allen Unternehmen und Wirtschaftszweigen zunehmen, werden IT-Experten auch mit hoher Wahrscheinlichkeit auf lange Sicht gefragt bleiben.

IT ist jedoch nicht gleich IT. Betrachtet man das Gehalt als Gradmesser für die Nachfrage nach bestimmten Skills, ist die Situation für Web-Programmierer, Frontend-Entwickler und Mitarbeiter im User Support schon jetzt eher mittelmäßig. Im Gegensatz dazu können sich IT-Sicherheitsexperten kaum vor Angeboten retten und werden laut einer IDG-Studie bis 2020 die am stärksten nachgefragten Spezialisten sein. Ähnlich rosig sehen die Chancen für Cloud-Architekten und Data Scientists aus. Kandidaten mit den entsprechenden Fähigkeiten werden sich also wenig Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen müssen.

Auch Online Marketing Manager, SEO-Experten, Web-Analytics-Spezialisten und Conversion Manager gehören zu den Berufsbildern, die in den nächsten Jahren stark gefragt sein werden. Marketingberufe sind ein gutes Beispiel dafür, dass IT-Kenntnisse künftig in immer mehr Berufsbildern notwendig sein werden – und wenn es nur um die reine Anwendung von Software geht. Der Umgang mit und die Nutzung von großen Datenmengen (Stichwort Big Data) hält Einzug in bestehende Berufe und sorgt mittelfristig für die Entstehung neuer Berufsbilder. Rund um Big Data ist neben dem Umgang mit entsprechenden Computerprogrammen vor allem analytisches Denken notwendig. Von der Pike auf lernen muss man diese Berufe nicht. Kann man auch oft nicht, denn die akademische Ausbildung hinkt dem Arbeitsmarkt um Jahre hinterher. Wichtiger ist es, „on the job“ Praxiserfahrung zu sammeln, etwa durch Praktika oder Studentenjobs. Auch Weiterbildungsangebote können eine Möglichkeit sein, Grundlagen zu schaffen oder vorhandene Kenntnisse auf den neuesten Stand zu bringen.

Auch nicht-akademische Berufe bieten mitunter sichere Jobs – je nach Standort

Allerdings sind es keinesfalls nur akademische Jobs, die gute Zukunftsperspektiven haben. 2015 prognostizierten das Bundesinstitut Berufsbildung (BBB) und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dass viele technische Ausbildungsberufe bis 2030 vor einem Personalengpass stehen werden. Auch in der Gesundheitsbranche werden heute händeringend Mitarbeiter gesucht. Wem ein Studium zu theoretisch ist und wer gerne praktisch arbeiten will, dem bieten sich also auch ohne Studium eine ganze Reihe Optionen für sichere Jobs. Und auch der Standort kann entscheidend sein: So ist laut der Studie von BBB und IAB in Baden-Württemberg mit einem Zuwachs an Fachkräften zu rechnen. Statt eines Personalengpasses stehen hier die zeichen also eher auf einem Überangebot an Bewerbern. Besser ist die Situation für Bewerber in den neuen Bundesländern, wo die Bevölkerungszahlen weiter zurückgehen und in allen Bereichen Mitarbeiter gefragt sein werden. Unter Umständen kann ein Umzug also attraktivere Jobchancen mit sich bringen.

Julia Zhu

Julia Zhu ist studierte Literatur- und Kommunikationswissenschaftlerin. Als Millenial blickt sie mal begeistert, mal belustigt und ab und an auch mal kritisch auf die neue Arbeitswelt. Ihre Gedanken dazu schreibt sie als Redakteurin im univativ Journal auf.

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