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Bild: owik2 / photocase.de

Steuererklärung: Studenten können auf Rückzahlungen hoffen

Julia Zhu

Steuererklärung – Studenten brauchen sie nicht machen, denken viele. Doch wer als Student während der Vorlesungszeit oder in den Semesterferien jobbt, ist grundsätzlich einkommenssteuerpflichtig, erklärt Steuerberaterin Sylvia Born. Sie ist Partnerin in der Kanzlei Kurt Baumgärtel & Sylvia Born. Ob man Student ist oder nicht, ist unerheblich. Daher können sich Studenten, so wie alle anderen Arbeitnehmer, am Jahresende zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückerstatten lassen.

 

 

Wann eine Steuererklärung Studenten nützt und wann sie Pflicht ist

Ob jemand eine Steuererklärung abgeben muss, hängt vom Einkommen und der Einkunftsart ab. Jeder Student, der einen lohnsteuerpflichtigen Nebenjob hat oder eine selbständige oder gewerbliche Tätigkeit ausübt, muss auf jeden Fall eine Steuererklärung abgeben. Das gilt auch, wenn man andere Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes erzielt. Solche Einkünfte können zum Beispiel Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünfte sein. Da gelten für Studenten dieselben Regeln wie für alle anderen Steuerpflichtigen auch. Ausgenommen sind sogenannte Minijobs mit maximal 450 Euro monatlichem Gehalt. Hier wird keine Lohnsteuer abgeführt.

Für viele Studenten dürfte die jährliche Einkommensgrenze relevant sein. Sie wirkt sich auf die Steuerrückzahlung aus. Wer zum Beispiel in den Semesterferien Vollzeit arbeitet, wird kurzfristig ein einkommensteuerpflichtiges Gehalt bekommen. Die Lohnsteuer wird automatisch an das Finanzamt abgeführt. Bleiben die Bruttoeinkünfte auf das Jahr umgerechnet aber unter der Grenze des Grundfreibetrags von 8.652 Euro, wird die abgezogene Einkommensteuer zurückerstattet.

Kosten für das Studium vorweg geltend machen

Auch eine freiwillige Steuererklärung kann sinnvoll sein, wenn man noch keinen Verdienst hat. Das betrifft vor allem Aufwendungen während des Studiums. Diese können als vorweggenommene Werbungskosten schon vor dem ersten steuerpflichtigen Gehalt steuermindernd angerechnet werden. Dadurch fällt der Steuerabzug beim ersten „richtigen“ Einkommen geringer aus. „Wenn im Raum steht, dass die Aufwendungen für das Studium als vorweggenommene Werbungskosten geltend gemacht werden können, so sollte in jedem Fall eine Erklärung eingereicht werden“, rät Steuerberaterin Sylvia Born.

Bei der Anrechnung der Werbungskosten gibt es Unterschiede zwischen Erst- und Zweitstudium sowie zwischen Bachelor- und Masterstudiengang. Bei der Erstausbildung werden studienbezogene Ausgaben am ehesten als Sonderausgabe anerkannt, und zwar maximal 6.000 Euro. Beim Zweitstudium, im Studium nach einer Ausbildung oder gegebenenfalls im Master werden diese in voller Höhe als Werbungskosten angerechnet.

Antworten auf häufige Fragen

Muss ich eine Steuererklärung für mein BAföG machen?

BAföG-Zahlungen oder Stipendien wie z.B. ein Erasmus-Austausch gelten nicht als Einkünfte. Sie müssen nicht versteuert werden. Allerdings gelten dann besondere Regeln, wieviel durch einen Nebenjob hinzuverdient werden darf. Verdient man mehr, droht ein Abzug bei den Zahlungen.

Ich studiere aber schon im 5. Semester und habe noch nie eine Erklärung abgegeben. Was jetzt?

Nicht so schlimm, eine freiwillige Steuererklärung kann man innerhalb von drei Jahren einreichen. Für eine verpflichtende Steuererklärung hat man sogar noch vier Jahre länger Zeit, also insgesamt sieben Jahre. Allerdings gibt es so lange dann auch keine Steuerrückzahlung.

Kann ich die Steuererklärung selbst erledigen?

Wenn es nur Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit sind, also ganz normale Gehaltsabrechnungen, auf jeden Fall. Erledigt wird die Erklärung problemlos mit Hilfe von ELSTER Online oder per Formular. Sobald es unterschiedliche Einkünfte gibt, oder bei Selbständigkeit, ist zumindest eine steuerliche Beratung empfehlenswert. Dafür fallen allerdings Gebühren an. Sollte das Finanzamt zu einem anderen Ergebnis kommen als man selbst, ist professionelle Hilfe vonnöten, meint Sylvia Born. „Wenn eine Steuerklärung eingereicht wurde und man bei Erhalt des Steuerbescheids nicht nachvollziehen kann, ob alles anerkannt wurde, sollte man den Bescheid zum Beispiel von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein überprüfen lassen.“

Welche Belege muss man für die Steuererklärung sammeln?

Auf jeden Fall sollte alles, was die Einkünfte betrifft, aufgehoben werden. Das können die Gehaltsabrechnungen sein und die Rechnungen für die Arbeit als Selbständiger. Weiterhin können Fahrtkosten, Fachliteratur, Immatrikulationsbescheinigungen und Belege für die Semesterbeiträge, sowie Beiträge zur Krankenversicherung gesammelt werden. Da wird die Anrechnung von Fall zu Fall einzeln entschieden. Steuerberaterin Born erklärt: „Am besten sammelt man während des Jahres alle Unterlagen und Belege und prüft am Jahresende, ob es Sinn macht oder sogar die Pflicht besteht, eine Steuererklärung abzugeben.“

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Julia Zhu

Julia Zhu ist studierte Literatur- und Kommunikationswissenschaftlerin. Als Millenial blickt sie mal begeistert, mal belustigt und ab und an auch mal kritisch auf die neue Arbeitswelt. Ihre Gedanken dazu schreibt sie als Redakteurin im univativ Journal auf.

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